07.10.2007

"Gesprächsbücher sind bleibende Dokumente der Wahrhaftigkeit"

Manfred Bissinger: Statement Buchvorstellung „Besser die Wahrheit“


04. Oktober 2007, 11.30 Uhr, Nord LB Hannover


Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
sehr geehrter Herr Dr. Grossmann,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

Gesprächsbücher gelten als neues Genre des Literaturbetriebes. Angesiedelt zwischen Autobiografie und Biografie haben sie sich in manchem Fall als die selbst bestimmteste Form der Auskunft über einen Menschen durchgesetzt.

Leserinnen und Leser können sich darauf verlassen, dass die erfragten Antworten absolut authentisch sind. Schließlich werden sie – wie bei zu druckenden Interviews – vor Drucklegung noch einmal autorisiert.

Das macht es unmöglich, sie später zu bestreiten oder gar zu leugnen – wie wir wissen, gelegentlich eine der beliebteren Methoden von Politikern, wenn die Realität ihr Wunschdenken eingeholt hat.

Gesprächsbücher sind also bleibende Dokumente der Wahrhaftigkeit und lebendigste Quelle bei Personen-Recherche. Vermutlich auch wegen dieses hohen Wahrheitsgehaltes haben Gesprächsbücher schon heftige Debatten ausgelöst.

Denken Sie nur an Richard v. Weizsäckers Einlassungen, der in einem solchen Band den Parteienstaat heftig kritisierte und mit den Worten „machtversessen“ und „machtvergessen“ ein wichtiges Kapitel in der Auseinandersetzung mit deutscher Politikverdrossenheit geschrieben hat.

Das war auch so bei Roman Herzog, der in der Woche nach seiner Wahl in einem Interview-Buch – das seinerzeit ebenfalls bei Hoffmann und Campe erschienen ist – die ersten deutlichen Hinweise auf seine spätere Ruckrede ablieferte: „Klarheit und Wahrheit“.

Es folgten Gesprächsporträts von Horst Köhler und Angela Merkel, die Hugo Müller-Vogg jeweils viele Stunden befragte und die auf politisch interessierte und motivierte Leser den ganz eigenen Reiz von Rede und Gegenrede ausübten.

Und jetzt also – ganz frisch – Christian Wulff.

Der Band mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten wird im Publikum, aber auch bei uns Journalisten, seine nachhaltige Wirkung nicht verfehlen. Zu klar, zu unverstellt antwortet Christian Wulff. Wer sich also präzise und geschichtenreich über den Ministerpräsidenten zu informieren gedenkt, für den wird das Buch zur Pflichtlektüre.

Und ich verspreche Ihnen: Sie erfahren wirklich Neues. Über den Menschen und über den Politiker. Doch zu den Details später.

Die Laudatio heute hat kein Geringerer als Dr. Jürgen Großmann übernommen, der Stahlindustrielle, der auch in Niedersachsen so überaus erfolgreich ist. Sie kennen ihn alle.

Er hat in diesen Tagen als Vorsitzender des Vorstandes des Energie-Riesen RWE weitere große Verantwortung für unser Land übernommen. Dr. Grossmann wird Ihnen ebenso wie der Ministerpräsident und der Autor für Fragen zur Verfügung stehen.


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